Paper Conference

Proceedings of BauSim Conference 2010: 3rd Conference of IBPSA-Germany and Austria

     

Gesamtenergieeffizienz von Bürobauten mit tiefem U-Wert

Iwan Plüss, Urs-Peter Menti, Reto Gadola, Martin Menard

Abstract: Mit der MuKEn 2008 [1] wird der Trend der letzten Jahre zu sehr gut gedämmten Gebäudehüllen weitergeführt. Damit soll eine weitere Reduktion des Heizwärmebedarfs erzielt werden. Nun stellt sich aber die Frage, wie es in diesem Zusammenhang mit der Gesamtenergieoptimierung aussieht: Wird durch die mit den Vorgaben geforderte sehr gute Dämmung der Gebäudehülle und die sehr kompakte Bauweise allenfalls der Klimakälte- und Beleuchtungsenergiebedarf erhöht? Diese Frage wird anhand einiger typischer, grosser Bürobauten in der vorliegenden Studie beantwortet. Die Betrachtung auf Stufe Primärenergie zeigt, dass eine sehr gute Gebäudehülle nach Minergie-P gegenüber einer Gebäudehülle, welche „nur“ die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, nicht zu einem Mehrbedarf führt – aber (abhängig vom Heizsystem/Energiequelle) auch nur einen minimen Minderbedarf aufweist. Dieser Vorteil wird hinfällig, sobald in die Betrachtung die Investitionen und die Graue Energie miteinbezogen werden. Eine hohe Kompaktheit reduziert zwar den Heizwärmebedarf, gleichzeitig wird aber der Elektrizitätsbedarf für die Beleuchtung erhöht (schlechte Tageslichtnutzung aufgrund hoher Raumtiefen). Spätestens bei einer Primärenergiebetrachtung wird der Mehrbedarf für die Beleuchtung massgebend, somit ist eine extreme Kompaktheit (Gebäudehüllziffer < 0.8) ineffizient.
Pages: 50 - 54
Paper:
bausim2010_50